Presseinfo vom 05.05.2010
Kompliment für die EnergieRegion NRW: Ansiedlung der International Geothermal Association in Bochum gelungen
Pressemitteilung des Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW
Ansprechpartner/in: Joachim Neuser
Düsseldorf. Schöner Erfolg für eine deutsche Vorzeigebranche der Erneuerbaren Energien mit Schwergewicht in der Energieregion Nordrhein-Westfalen: Die International Geothermal Association - IGA - wird ihre weltweit einzige Geschäftsstelle von Reykjavik auf Island in die Geothermiestadt Bochum verlegen. Damit hat sich der Standort Nordrhein-Westfalen gegen eine internationale Konkurrenz durchsetzen können. Die Präsidenten der IGA und des GtV-Bundesverband Geothermie, Prof. Dr. Ladislaus Rybach und Hartmut Gaßner, unterzeichneten jetzt ein Memorandum of Understanding, wonach ab dem 01.Januar 2011 die IGA zunächst für fünf Jahre ihren Sitz im Revier haben wird.
"Das Thema Geothermie gewinnt gegenwärtig unter den Energietechnologien eine zunehmende Bedeutung. Dabei nimmt Nordrhein-Westfalen und hier insbesondere die Metropole Ruhr als Sitz zahlreicher marktführender Unternehmen eine Schlüsselposition ein", kommentierte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben.
Dass die Wahl auf die Energieregion Nordrhein-Westfalen fiel, verwundert nicht: Allein in der Metropole Ruhr sind ca. 230 Unternehmen im
Geothermiemarkt tätig. Die Branche schaffte in Nordrhein-Westfalen zuletzt etwa an die 5.000 Arbeitsplätze und setzte allein in 2009 über 180 Mio. Euro um. Insbesondere auf dem Wärmepumpenmarkt ist NRW stark: nur in Nordrhein-Westfalen sind derzeit über 70.000 Wärmepumpen im Betrieb (Deutschland: 334.000). Etwa 80 Prozent der befragten Unternehmen gehen von einer positiven Entwicklung des Geschäftsfeldes Geothermie aus. Dies belegte jüngst die Studie "Wertschöpfungskette Geothermie" des GeothermieZentrums Bochum. 2009 machten, laut einer Umfrage von tns emnid, Wärmepumpen mit 41,4 Prozent den größten Anteil der neu installierten Heizungstechnologien in Deutschland aus.
"Ein echtes Geschäftsfeld also, dessen Chancen es zu nutzen gilt. Für die Branche, aber auch im Sinne des Klimaschutzes", so die Wirtschaftsministerin. Die Landesregierung unterstützt daher die Geothermiebranche u.a. über das Energiewirtschaftscluster EnergieRegion.NRW mit der Einrichtung des "Netzwerks Geothermie", einer Plattform für Unternehmen, Institutionen der Wissenschaft und Forschung sowie der öffentlichen Verwaltung.
"Mit der Ansiedlung in Nordrhein-Westfalen besteht die Chance, insbesondere NRW-Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen mit ihrem Know how gezielter in internationale Projekte der konventionellen Nutzung und der Erforschung der Geothermie einzubringen und damit deren internationale Vernetzung auszubauen," sagte Ministerin Thoben. Das Land Nordrhein-Westfalen beabsichtigt zudem, das Ansiedlungsprojekt IGA mit bis zu 300.000 € pro Jahr zu unterstützen.
"Mit der Ansiedlung des geothermischen Weltverbandes konnte ein ganz wichtiger Akteur der Geothermiebranche nach Nordrhein-Westfalen geholt werden", so Ministerin Thoben. "Eine Stärkung für die Energieregion NRW und den Standort Bochum als Wissenschafts- und Technologiestandort auf dem Gebiet der Geothermie. Die IGA hat mehr als 3.000 Mitglieder aus 65 Ländern. Aufgaben und Ziele sind die weltweite Forschung, Entwicklung und Anwendung geothermischer Ressourcen - sowohl direkt über die Nutzung der Wärme als auch zur Verstromung. Zudem gehört der Know-how-Transfer von wissenschaftlichen sowie technischen Daten zur Aufgabe.
Das IGA Sekretariat wird in Nordrhein-Westfalen von dem GtV-Bundesverband Geothermie getragen und von einem Konsortium tatkräftig unterstützt. Zu diesem Konsortium zählt neben der Geothermischen Vereinigung, die Hochschule Bochum, das GeothermieZentrum Bochum sowie die EnergieAgentur.NRW. In diesem Zusammenhang wird der GtV-Bundesverband Geothermie in Bochum ein Büro für Internationale Koordination einrichten. Das IGA Sekretariat wird in der Hochschule Bochum angesiedelt sein.
"Wir setzen auch zukünftig verstärkt auf die Potentiale der Umweltwärme, insbesondere die Wärmepumpentechnik soll in Zukunft noch intensiver genutzt werden", so Thoben. "Ziel ist es, den Marktanteil von Wärmepumpen bei Neubauten in NRW in den nächsten Jahren von jetzt zehn Prozent auf 20 Prozent zu verdoppeln - ich spreche von mindestens 20.000 neuen Wärmepumpen jährlich in Nordrhein-Westfalen."
Weitere Informationen: Netzwerk Geothermie im Energiewirtschaftscluster "EnergieRegion.NRW"; Leonhard Thien, 0234/32 10715
www.energieregion.nrw.de;
www.EnergieAgentur.NRW.de
Rückfragen für die Redaktionen: Dr. Joachim Frielingsdorf,
EnergieAgentur.NRW, Pressestelle; 0202 24552-19