Presseinfo vom 26.07.2005
Presseinformation des Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen
Ansprechpartner/in: Verena Müller
Einen Vertrag über rund 10 Millionen Euro für die energetische Ausstattung ihrer Liegenschaften unterzeichneten heute die Städte Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal. Möglich wurde dies durch ein gemeinsames Contracting-Modellprojekt, das die Städte mit Unterstützung der Energieagentur NRW entwickelten. Im Rahmen solcher Contracting-Modelle schließen sich kleine und mittelgroße Kommunen zusammen, um gemeinsam ohne eigene Investitionsmittel ihre Liegenschaften energetisch zu sanieren. Ein privates Unternehmen - hier der regionale Energieversorger AVU - übernimmt dabei die Sanierung der Energieversorgungs- und Heizungsanlagen und die spätere Belieferung mit Wärme von 28 kommunalen Liegenschaften. Durch den Einsatz von Energieeffizienztechnik können die Betriebskosten soweit gesenkt werden, dass der nötige Spielraum zur Refinanzierung der Investitionen für den Contractor entsteht. Über die Laufzeit von 15 Jahren sparen die Städte so circa 1,5 Millionen Euro. "Dieses Projekt sollte möglichst viele Nachahmer finden", erklärte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben anlässlich der heutigen Vertragsunterzeichnung im Schwelmer Schloss Martfeld. "Die Kommunen machen sich dabei erhöhte Energieeffizienz zunutze und können trotz knapper Haushaltslage in ihre Infrastruktur investieren."
Erst gemeinsam erreichten die drei Städte ein Auftragsvolumen, das die Attraktivität für Contractoren deutlich erhöht. "Die reibungslose Zusammenarbeit der drei Städte war die Grundlage, auf der man gemeinsam mit Planern, Wirtschaftsunternehmen und den Landesinstitutionen das Projekt vorantreiben konnte. Für die Kommunen sind solche Projekte entscheidend, um vor den neuen Herausforderungen des Energiemarktes zu bestehen ", so die drei Bürgermeister in einer gemeinsamen Erklärung.
"Der Markt für Contracting ist mittlerweile gut entwickelt und weist zweistellige Zuwachsraten auf ", erläuterte Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. Zunehmend übertragen Kommunen und Unternehmen die energetischen Sanierungsmaßnahmen von Objekten und deren Energiebewirtschaftung für eine festgelegte Laufzeit an eine externe Contracting-Firma. Der Kunde zahlt dann nur noch für das benötigte Endprodukt, zum Beispiel Wärme. Kommunen profitieren von dieser Zusammenarbeit, weil leere öffentliche Kassen kaum langfristige Investitionen zulassen.
Das Land NRW unterstützt Contracting-Projekte - zum Beispiel über die Initialberatung der Energieagentur NRW - auch mit Blick auf die regionale mittelständische Wirtschaft. Diese profitiert von den Investitionen und der Auftragsvergabe ebenso wie die Städte. Das Modellprojekt "Contracting im Verbund kleiner und mittlerer Kommunen in NRW" zielt darauf ab, Größenvorteile, die sonst einwohnerstarken Metropolen vorbehalten schienen, auch in kleinen Gemeinden zu realisieren. Die Kooperation der Ennepe-Ruhr-Kommunen erhielt im Rahmen des Aktionsprogramms 2000-plus eine Förderung von 24.000 Euro. Starthilfe für die Planung, Ausschreibung und die Suche nach kompetenten Projektpartnern können Städte unentgeltlich bei den Beratungsexperten der Energieagentur NRW abrufen.
Weitere Informationen: Energieagentur NRW, Verena Müller, Kasinostr. 19-21, 42103 Wuppertal, Tel.: 0202/24552-29, Fax: 0202/24552-50, Email: verena.mueller@ea-nrw.de , Internet www.energieagentur.nrw.de
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