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Projekt des Monats April 2005

Energetische Sanierung der Prae-Bau-Siedlung in Dortmund-Mengede

Turm in der Prae-Bau-Siedlung
In der Dortmunder Prae-Bau-Siedlung wird auf Energieeffizienz gesetzt. Neben einer zeitgemäßen Dämmung der Gebäude kommt dabei auch ein BHKW zum Einsatz.

 

Die Prae-Bau-Siedlung in Dortmund-Mengede wurde in den Jahren 1961 bis 1964 in Plattenbauweise errichtet. Sie besteht aus 17 viergeschossigen und einem siebengeschossigen Gebäude mit 350 Wohneinheiten und einer Wohnfläche von insgesamt 25.757 m².

Der Eigentümer, die Dogewo - Dortmunder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH - führte zuletzt in den 80er Jahren Sanierungsmaßnahmen durch. Diese erstreckten sich jedoch nicht auf die Energieversorgung, so dass insbesondere in diesem Bereich Handlungsbedarf bestand.

Die Heizwärme wurde über eine Heizzentrale mit veralteten Erdgas-Heizkesseln und ein Nahwärmenetz bereitgestellt, das sowohl eine unzureichende Wärmedämmung als auch Undichtigkeiten aufwies. Die Warmwasserbereitung erfolgte dezentral in den einzelnen Wohnungen sowohl über elektrische Energie als auch Erdgas. Daneben wies die Gebäudehülle, bedingt durch einen unzureichenden Wärmeschutz, ein erhebliches Einsparpotenzial auf.

Modernisierungsbedürftig waren ebenfalls die Küchen, Bäder und Balkone, was auch für die energetische Sanierung zusätzliche Möglichkeiten eröffnete. Lediglich die Wohnungsgrößen und -zuschnitte mussten nicht verändert werden, da diese noch zeitgemäß waren.

Siedlungsplan
Ziel der Modernisierung war es, ein sowohl energetisch vorbildliches und optisch ansprechendes als auch ökonomisch tragfähiges Konzept zu erarbeiten. Damit sollte die Mieterfluktuation auf Dauer gering gehalten, die Mietnebenkosten drastisch gesenkt und die Schadstoffemissionen reduziert werden.

 

In Zusammenarbeit mit der EnergieAgentur.NRW wurden verschiedene Konzepte diskutiert. Als optimale Lösung stellte sich die Beibehaltung einer zentralen Wärmeversorgung heraus. Zukünftig sollte auch die Warmwasserversorgung in das System einbezogen werden, so dass der Einsatz von klimaschonenden Blockheizkraftwerken (BHKW) möglich wurde. Zur Reduzierung des gesamten Wärmebedarfs der Siedlung waren unfassende Wärmedämmmaßnahmen vorgesehen.
 

Siedlung nach der Sanierung
Zur Umsetzung der angedachten Maßnahmen wurde im Jahre 2001 ein Architektenwettbewerb ausgelobt, aus dem das Planungsbüro Gegus und Hellenkämper aus Wetter als Sieger hervorging. Die Sanierung der Siedlung begann im Herbst 2003 und konnte Ende 2004 zum Abschluss gebracht werden.

 

Im Bereich Energieerzeugung wurden die veralteten Erdgas-Heizkessel durch zwei Erdgas betriebene Blockheizkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 384 kWth und 240 kWel ersetzt. Diese können ca. 65 % der benötigten Wärme bereitstellen. Zur Abdeckung des Spitzenlasten stehen zwei Niedertemperatur-Heizkessel zur Verfügung.

Zur Wärmeverteilung wurden ca. 3.000 Meter Nahwärmeleitungen neu verlegt, welche die Gebäude über 46 Hausanschlussstationen mit Wärme versorgen. Durch die Sanierung der Bäder und Küchen konnten neue Steigeleitungen verlegt und die Warmwasserversorgung in den einzelnen Häusern zentralisiert werden. Die Warmwasserbereitung erfolgt nun über Warmwasserspeicher in den Erdgeschossen.

Abgerundet wurde die energetische Sanierung der Prae-Bau-Siedlung durch umfassende Dämmmaßnahmen in den 17 viergeschossigen Gebäuden. So wurden die Dächer gedämmt und die Außenwände mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Das optische Erscheinungsbild der Siedlung wurde dabei durch  eine freundliche Farbgestaltung verbessert.

 

Das gesamte Investitionsvolumen betrug ca. 13,2 Mio Euro. Mitfinanziert wurden die Sanierungsmaßnahmen durch Kredite aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm und dem CO2-Minderungsprogramm der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die EnergieAgentur.NRW war beratend tätig.

 

Zusammenfassung der wichtigsten Daten:
   
Wohnfläche 25.757 m²
in 350 Wohneinheiten bzw. 18 Gebäuden
  
Wärmeerzeugung zwei Erdgas-BHKW mit je 192 kWth und 124 kWel
zwei Erdgas-Niedertemperaturkessel mit jeweils 895 kW
ein Pufferspeicher mit 5.000 l
   
Wärmeverteilung ca. 3.000 m Kunststoffmantelrohre als Nahwärmenetz
46 Hausanschlussstationen
   
Wärmedämmung Außenwände mit Wärmedämmverbundsystem
Dämmung der Dachflächen
Einbau neuer Fenster mit Wärmeschutzverglasung
   
Investitionsvolumen ca. 13,2 Mio Euro

  
Weitere Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie bei:

EnergieAgentur.NRW
Dipl.-Ing. Stefan Leuchten
Tel.: 0221 / 86642 - 285

 
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